Die Akkukapazität gibt an, wie viel Energie ein Roboter in seinem Akku mitführen kann. Sie wird am häufigsten in Kilowattstunden (kWh) angegeben und bestimmt zusammen mit dem Verbrauch die Laufzeit – also wie lange der Roboter mit einer Ladung arbeiten kann. Bei einem mobilen Humanoiden, der kein Kabel hinter sich herziehen kann, gehört die Laufzeit zu den praktischsten und oft limitierenden Parametern: Selbst der fähigste Roboter ist nutzlos, wenn er jede halbe Stunde an die Ladestation muss.
Die reale Laufzeit heutiger Humanoiden liegt etwa im Bereich einiger Stunden und hängt stark von der Art der Tätigkeit ab. Statische Aufgaben und Manipulation verbrauchen weniger als dynamisches Gehen, Laufen oder das Tragen schwerer Lasten, bei denen die Aktuatoren hohe Ströme aus dem Akku ziehen. Die konkreten Werte unterscheiden sich von Roboter zu Roboter: Figure 02 und Optimus tragen Akkus mit einer Kapazität von rund 2,3 kWh, der leichtere Unitree H1 hat einen kleineren Akku, in der Größenordnung unter 1 kWh. Hersteller geben die Laufzeit gewöhnlich in Stunden an, doch man sollte sie als Richtwert verstehen – sie hängt stark von der Belastung ab.
Fast alle Humanoiden nutzen heute Lithium-Akkus, ähnlich denen in Elektroautos, nur in kleinerer und leichterer Ausführung. Hier entsteht ein grundlegender Kompromiss: Ein größerer Akku bedeutet längere Laufzeit, aber auch höheres Gewicht, das der Roboter ständig tragen und antreiben muss. Jedes zusätzliche Kilogramm Akku verringert die nutzbare Traglast und erhöht den Verbrauch. Die Konstrukteure suchen daher sorgfältig nach dem Gleichgewicht zwischen Laufzeit und Gewicht.
Die Energieeffizienz lässt sich auch durch intelligente Antriebstechnologien verbessern. BLDC-Motoren können beim Abbremsen eines Gelenks einen Teil der Energie in den Akku rekuperieren, und quasi-direkte Antriebe (QDD) verringern die Verluste in den Getrieben. Eine praktische Lösung für die kurze Laufzeit ist Schnellladen oder ein Wechselakku – der Roboter tauscht im Handumdrehen den leeren Akku gegen einen geladenen und setzt die Arbeit fort, ähnlich wie man die Akkus bei Elektrowerkzeugen wechselt. Laufzeit und Laden gehören damit zu den Bereichen, in denen sich Humanoiden noch stark verbessern müssen, um für eine volle Arbeitsschicht einsatzfähig zu sein.