Der BLDC-Motor (vom englischen brushless DC, also bürstenloser Gleichstrommotor) ist ein Elektromotor, der im Gegensatz zu klassischen Gleichstrommotoren keine Kohlebürsten verwendet, um den Strom in den Spulen umzuschalten. Stattdessen schaltet eine Elektronik den Strom je nach Rotorlage um, die sie über Sensoren erfasst. Damit entfällt das wichtigste Verschleißteil herkömmlicher Motoren, und man gewinnt höhere Effizienz, längere Lebensdauer, leiseren Lauf und ein besseres Verhältnis von Leistung zu Gewicht.
Genau diese Eigenschaften machen den BLDC-Motor praktisch zum Standardantrieb moderner humanoider Roboter. Der Motor selbst ist nur das erste Glied eines Aktuators — um die nötige Kraft im Gelenk zu erzielen, wird er üblicherweise um ein Getriebe ergänzt, das die Drehzahl senkt und das Drehmoment erhöht. Die konkrete Wahl der Übersetzung bestimmt dann den Charakter des Antriebs: Eine hohe Übersetzung mit Harmonic Drive bringt Präzision und Kraft, eine niedrige Übersetzung führt hingegen zum Quasi-Direktantrieb (QDD) mit dynamischem, „federndem” Verhalten.
Für die Robotik sind zwei Bauformen wichtig. Der „Inrunner” hat den Rotor innen und eignet sich für hohe Drehzahlen, der „Outrunner” hat den drehenden Mantel außen und liefert ein höheres Drehmoment bei niedrigeren Drehzahlen — was gerade bei Gelenkantrieben von Vorteil ist. Viele Hersteller, darunter Tesla beim Optimus oder Unitree beim G1, entwerfen ihre Motoren maßgeschneidert, um aus einer möglichst kleinen und leichten Einheit das maximale Drehmoment herauszuholen.
Der entscheidende Vorteil des BLDC-Motors in Humanoiden ist seine präzise Regelbarkeit: Die Elektronik kann Drehzahl und Drehmoment stufenlos regeln und sofort auf die Rückmeldung der Sensoren reagieren. Dadurch kann der Roboter sowohl große Kräfte beim Heben einer Last entfalten als auch einen zerbrechlichen Gegenstand sanft halten. BLDC-Motoren funktionieren zudem auch als Generatoren — beim Abbremsen eines Gelenks können sie einen Teil der Energie zurückspeisen, was den Akku schont.